Weindorf Koblenz
Vom Ausstellungsgelände zur Attraktion für Touristen
Die Tore öffnete das Koblenzer Weindorf - ganz genau genommen - am 8. August 1925.
Koblenz liegt im Herzen des Weinbaugebietes und war schon immer ein Zentrum des Weinhandels und des Fremdenverkehrs.
Als für den August und September 1925 in der Rhein-Mosel-Stadt eine “Reichsausstellung Deutscher Wein” vorbereitet wurde, war es naheliegend, neben einer Ausstellungshalle ein typisches Winzerdorf zu errichten. Ein Dorf, in dessen Häusern übrigens nur die Sonnenseiten des Winzerstandes sichtbar werden. Man lud ein ins Haus der Mosel-Saar-Ruwer, in das des Rheingaus, Hessens und der Nahe, ins Haus des Mittelrheins, der Ahr, des Siebengebirges und der Lahn, in den Bau Baden-Württembergs und Mitteldeutschlands. Im Bayernhaus wurden die Weine der Pfalz und Frankens serviert.
Der Standort an der Rheinbrücke, unmittelbar an den Ufern von Deutschlands größtem Fluss, war ideal. Zur Eröffnung kamen in den ersten Tagen über 20.000 Menschen von nah und fern, selbst aus Berlin, Schlesien und Ostpreußen. Der damalige Oberbürgermeister, Dr. Russell, lobte mit Worten, die in den zwanziger Jahren einen guten Klang hatten: “Dieses Dorf, das Coblenz aus dem Alltagsgetriebe heraushebt.” Selbst Reichspräsident von Hindenburg schickte ein Glückwunschtelegramm zur Eröffnung des Weindorfes, und Presseleute aus aller Herren Länder entdeckten die Koblenzer Kellereien.