Fakten zur Balduinbrücke:

Die Balduinbrücke ist die älteste Brücke der Stadt Koblenz. Mit ihrem Bau wurde 1343 unter Kurfürst und Namenspatron Balduin von Luxemburg begonnen. Abgeschlossen wurden die Arbeiten mit dem Bau des letzten Torturmes im Jahre 1429 nach 86-jähriger Bauzeit. Ursprünglich bestand die Brücke aus 14 Bögen aus Grauwacke und Basaltlava auf 13 Pfeilern.


Im 17. Jahrhundert erfolgten Veränderungen im Zuge der barocken Neubefestigung der Stadt, im 18. Jahrhundert wurden die beidseitigen Toranlagen entfernt, im Zuge des Festungsbaus auf Altstädter Seite 1834 ein neues Brückentor errichtet, welches bereits 1897 wieder abgebrochen wurde


Am 7. März 1945 wurden drei Bögen auf Koblenzer Seite beim Rückzug deutscher Truppen gesprengt. Der Wiederaufbau wurde 1949 beendet, wobei die neuen Gewölbe aus Stahlbeton mit Natursteinverblendungen ausgeführt wurden.


Im Zuge der Moselkanalisierung wurden sechs historische Gewölbe abgebrochen und für die Schifffahrt durch ein rund 100 m langes Spannbetonbauwerk ersetzt. In preußischer Zeit angebaute Fußgängerstege wurden entfernt und die Gewölbebereiche um 5 m verbreitert, sowie die ursprünglichen Brüstungsmauern wieder errichtet. Im Jahr 1975 wurde die neu gestaltete Balduinbrücke endgültig fertig gestellt.

Heute überspannt die Balduinbrücke auf einer Länge von 246 m mit sechs Gewölben auf Altstädter, drei Gewölben auf Lützeler und der Spannbetonbrücke die Mosel. Hinzu kommen drei Gewölbe als Brückenrampe bis hin zur Burgstraße. Darüber hinaus verbindet die so genannte Nordrampe als Spannbetonbauwerk die Strombrücke mit den Lützeler Straßen.

Die Gesamtlänge des Brückenzuges beträgt 475 m.


Instandsetzung der Balduinbrücke beginnt am 12. Februar

(Koblenz: 31.01.13) Im Zuge der regelmäßigen Bauwerksprüfungen wurden an allen Teilen der Balduinbrücke erhebliche Schäden festgestellt. Infolge gestiegener Verkehrszahlen, gerade beim Schwerverkehr, auf Grund diverser Umwelteinflüsse, Schädigungen durch Tausalz, aber auch normalem Materialverschleiß ist die Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit dieser denkmalgeschützten Brücke nachhaltig beeinträchtigt.

Insbesondere die Abdichtung gegen eindringende Nässe, die Ertüchtigung der Gewölbebereiche und die Erneuerung der Geh- und Radwege sind wesentlicher Bestandteil der am Dienstag 12. Februar, 06.00 Uhr, beginnenden Bauarbeiten.

Die Verkehrsbedeutung der Balduinbrücke ist für die Stadt also eminent hoch. So wird die Balduinbrücke von rund 19.000 Fahrzeugen pro Tag befahren, darunter sind etwa 800 Linienbusse des öffentlichen Personennahverkehrs. Dazu kommen zigtausende Fußgänger und Radfahrer.

Um die Baumaßnahme in dem möglichst kurzen Zeitfenster sowohl in der notwendig technischen Qualität, aber auch wirtschaftlich vertretbar abwickeln zu können, ist für die Dauer der Arbeiten eine Einbahnstraßenregelung für den Fahrzeugverkehr unumgänglich. Während der Verkehr von Lützel Richtung Stadtzentrum weiterhin ungehindert laufen kann, muss der gegenläufige Verkehr den Umweg über die Europabrücke in Kauf nehmen. Dies betrifft auch die Linienbusse. Entsprechende Fahrplanänderungen werden von den Busunternehmen rechtzeitig vorher bekannt gegeben.

Der Fußgänger- und Radverkehr wird davon nicht betroffen sein, denn für diese Verkehrsteilnehmer wird eine 2,50 m breite, barrierefreie Behelfsbrücke hergestellt.

Beginn der Arbeiten und die damit verbundene Verkehrsumlegung ist am 12. Februar 2013, ab 06.00 Uhr. Wobei die verkehrlichen Auswirkungen von den Fachleuten als nicht gravierend eingeschätzt werden.

Ab diesem Zeitpunkt wird in einer ersten Bauphase die oberstromseitige Hälfte der Brücke auf gesamter Länge saniert. Diese Arbeiten sollen planmäßig im Juni beendet sein, um dann bis November in der zweiten Bauphase die unterstromseitige Brückenhälfte fertig zu stellen. Ab Juni wird also der Fußgänger- und Radfahrerverkehr über die erwähnte Behelfsbrücke geführt.

„Um eine fristgerechte Fertigstellung zu gewährleisten, wird auf der Baustelle im Zwei-Schicht-Betrieb an sechs Tagen in der Woche gearbeitet, denn wir wollen vor dem Weihnachtsgeschäft fertig sein“, betont Baudezernent Martin Prümm.

Im Jahr 2014 werden dann in einer dritten Bauphase noch die Unterseiten der Brücke saniert. Dies wird aber keine oder nur sehr geringfügige Verkehrsbehinderungen ergeben.

Das Land Rheinland-Pfalz gewährt der Stadt für dieses sehr kostenaufwändige Bauvorhaben eine Förderung von 75% der Baukosten.



Text: Stadt Koblenz


Foto 1: Balduinbrücke: Foto: Bonner

Foto2: Blick von der Balduinbrücke Foto: Elke_Doebbeler

Foto 3: Statue auf der Balduinbrücke - Foto: Elke_Doebbeler