Diffring – Fried – Jacoby
Die diesjährige Ausgabe von "Kunst unterwegs", die die Begegnung mit Kunst im öffentlichen Raum ermöglichen möchte, widmet sich den Künstler*innen Jacqueline Diffring (1920-2020), Otto Fried (1921-2020) und Max Jacoby (1919-2009), ein jeder von ihnen in Koblenz geboren. In den 1930er Jahren sahen sie sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten gezwungen, aufgrund antisemitischer Verfolgung zu emigrieren. In den jeweiligen Exilländern erhielten sie ihre künstlerische Ausbildung: Diffring studierte in England Bildhauerei, Fried in den USA Malerei und Jacoby in Argentinien Fotografie. Nach dem Kriegsende 1945 kehrte keiner von ihnen nach Koblenz zurück bzw. scheiterte bei dem Versuch dabei.

Auf dem Foto v.l. Stefanie Erlingshagen, Dr. Matthias von der Bank, Dr. Margit Theis-Scholz, Antje Kraus und Isabella Fettich.

Insofern verdeutlichen ihre künstlerischen Biographien den kulturellen Aderlass, den die nationalsozialistische Ausgrenzungspolitik zwischen 1933 und 1945 auslöste und der bis in die Gegenwart wirkt. Über lange Zeit wurde ihr jeweiliges kreatives Schaffen in Koblenz nur ungenügend gewürdigt, worin sich auch die fehlende Bereitschaft des Volkes der Täter und Mitläufer zur Auseinandersetzung mit der eigenen Schuldfrage zeigt. Erst in den letzten Jahren geschah eine sukzessive Annäherung zwischen Stadt und Künstlern, indem die Koblenzer Museen ihre jeweiligen Oeuvres retrospektiv zeigten. Nun gilt es, diese Vielfalt künstlerischer Werke in der gemeinsamen Geburtsstadt Koblenz sichtbar zu machen, die keinem von ihnen wieder Heimat sein konnte. Pro Künstler wurden je drei Motive ausgewählt, die 2021 im Koblenzer Stadtbild zu entdecken sind.
Seit 2019 unterhält das Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz in Kooperation mit dem Mittelrhein-Museum, der Arbeitsgemeinschaft bildender Künstler am Mittelrhein und dem Koblenz Stadtmarketing das Projekt „Kunst unterwegs“. Mit der awk AUSSENWERBUNG GmbH wurde ein zuverlässiger Partner gefunden, der dieses Projekt im öffentlichen Raum platziert. Koblenzerinnen und Koblenzer, Besucherinnen und Besucher unserer Stadt können Bilder, Drucke, Gemälde, Fotografien und andere Kunstwerke beim Spaziergang, in Wartezonen und anderen öffentlichen Bereichen entdecken und die eine oder andere Inspiration erfahren. Im Rahmen des Projektes gehen die ausgewählten Kunstwerke auf eine Reise durch Koblenz.


„Ich bin der Überzeugung, dass Museen heute verstärkt im öffentlichen Raum wirken sollten, um auch jenseits der klassischen Museumsarbeit bei neuen Besuchergruppen durch innovative Formen der Kulturvermittlung Interesse für Kunst zu wecken.“, sagt die Bildungs- und Kulturdezernentin der Stadt Koblenz, PD Dr. Margit Theis-Scholz.
Auch Dr. Matthias von der Bank, Direktor des Mittelrhein-Museums, sieht in den City-Light-Postern eine sehr gute Gelegenheit, im Rahmen eines aktuellen Themas, verborgene Schätze des Museums einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Stefanie Erlinghagen, Leitung Unternehmenskommunikation, awk AUSSENWERBUNG GmbH, ergänzt hierzu: "Als in Koblenz ansässiges Unternehmen und langjähriger Kooperationspartner der Stadt, unterstützen wir das Projekt "Kunst unterwegs" gerne in Folge mit unseren hochwertigen City-Light-Postern. An stark frequentierten Standorten bieten sie den Kunstwerken auch in diesem Jahr eine großartige Bühne und erreichen ein breites Publikum. Die Möglichkeit, die unser Medium bietet, Informationen jedem Bürger in kürzester Zeit zugänglich zu machen, wird hier ideal genutzt."