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Die Psyche des Menschen ist wie ein Puzzle

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Psychosomatik im Heilig Geist verfolgt ganzheitlichen Ansatz

BOPPARD. Die menschliche Psyche ist wie ein Puzzle: fehlen viele Teile, sind verdreht oder verdeckt, ist das Bild nicht stimmig – die Psyche des Menschen nicht gesund. Diese fehlenden, verdrehten oder verdeckten Puzzleteile zu finden und wieder zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzusetzen, das ist das Ziel, an dem das Team der Psychosomatik im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Heilig Geist, täglich gemeinsam mit seinen Patienten arbeitet.
Bereits seit über 20 Jahren werden im Bopparder Krankenhaus Patienten mit Depressionen, Ängsten, Zwängen oder Essstörungen, aber auch mit somatoformen Störungen, also Beschwerden, für die keine körperlichen Ursachen ausgemacht werden können, stationär behandelt. Auch Patienten, die psychische Schwierigkeiten im Umgang mit körperlichen, chronischen oder Krebserkrankungen haben, finden hier Hilfe. Wie beim Puzzeln braucht es manchmal etwas mehr Zeit, Abstand und Unterstützung, um die richtigen und wichtigen Teile zu erkennen – und genau diesen Rahmen bietet die Klinik den Patienten. Hierfür stehen inzwischen 40 Betten beziehungsweise Plätze zur Verfügung.

 Der Leitende Oberarzt Dr. Boris Mitric erklärt den ganzheitlichen Ansatz der Bopparder Klinik für Psychosomatik. Zum multiprofessionellen Team gehören neben Ärzten, Psychologen und Gesundheits- und Krankenpflegern auch Spezialtherapeuten wie Ergo-, Körper- und Musiktherapeuten sowie Sozialarbeiter.

„Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem wir die Psyche, den Körper aber auch soziale Einflüsse miteinander in Beziehung setzen. Das ist letztlich das, was sich hinter dem Begriff ,Psychosomatik‘ verbirgt. Dabei arbeiten wir vorwiegend psychoanalytisch orientiert“, erklärt der Leitende Oberarzt Dr. Boris Mitric das Klinik-Konzept. „Je nach Indikation bieten wir auch verhaltenstherapeutische und sogenannte systemische Verfahren an.“ Insbesondere profitieren die Patienten von einem multiprofessionellen Team, denn neben Ärzten, Psychologen und Gesundheits- und Krankenpflegern sind auch Spezialtherapeuten im Einsatz. Das sind unter anderem Ergo-, Körper- und Musiktherapeuten oder Sozialarbeiter, die Arbeiten mit Speckstein und Ton, Atem- und Klangtherapie, Boxen, Tanzen oder progressive Muskelrelaxation anbieten oder aber Sozialtherapeutische Rollenspiele durchführen. Ergänzend können die Patienten auch Rehasport-Angebote wie Klettern, Gerätetraining oder Wirbelsäulengymnastik wahrnehmen.
Zusätzlich unterstützt der Sozialdienst: Speziell ausgebildete Mitarbeiter wie Melitta Reusch identifizieren im Dialog mit den Patienten und Angehörigen – sofern gewünscht – mögliche Bedarfe für die weitere Lebensplanung und die Zeit nach dem Klinikaufenthalt. „Wir schauen ganz genau hin, welche Unterstützung benötigt wird. Das ist nicht immer direkt ersichtlich. Bei dem einen geht es um die Wiedereingliederung in den Beruf, der andere benötigt Kontakte zu weiteren Beratungsstellen. Und bei der systemischen Beratung versuchen wir Probleme in sozialen Beziehungen aufzuarbeiten und so die Beziehungsgefüge, beispielsweise innerhalb der Familie oder Partnerschaft, wieder zu stabilisieren“, erklärt Reusch.
Alle jeweils individuell empfohlenen Therapieanwendungen tragen im Idealfall dazu bei, das ein oder andere verlorene Puzzlestück wiederzufinden, neu anzuordnen oder eben einfach das Fehlen eines Puzzlestücks besser zu akzeptieren. Da dies nur in der sinnvollen Verzahnung aller Therapieanwendungen miteinander gelingt, tauscht sich das gesamte Team in täglichen Besprechungsrunden intensiv aus. Dabei werden Erfahrungen, Erkenntnisse und Einschätzungen geteilt und nach und nach wie ein ganz eigenes Puzzle zusammengesetzt. „Das ist aus unserer Sicht der entscheidende Weg, unsere Patienten darin zu unterstützen, einen gesünderen Umgang mit sich selbst und ihrer Umwelt zu finden“, so Mitric. Klar ist: Wenn die Patienten die Klinik nach zwei bis sieben Wochen verlassen, ist das Puzzle noch nicht vollständig. Aber zumindest sind einige Teile so ausgerichtet, dass die Patienten stabilisiert nach Hause entlassen werden und auf eine weiterführende, ambulante Therapie vorbereitet sind. An diesem Ziel arbeitet das rund 30-köpfige, interdisziplinäre Team der Klinik für Psychosomatik im Heilig Geist gemeinsam mit seinen Patienten.
Angenommen werden Patienten, bei denen eine ambulante Therapie nicht ausreicht, eine Herausnahme aus dem alltäglichen Umfeld erforderlich ist oder aber die Kombination ärztlich-therapeutischer Diagnostik und Therapie. In manchen Fällen bestehen auch Schwierigkeiten beim Zugang zum eigenen Erleben und dadurch Probleme beim Zugang zu psychotherapeutischen Verfahren. In jedem Fall benötigen die Patienten eine Krankenhauseinweisung für eine stationäre, psychosomatische Behandlung. In akuten Fällen sind auch kurzfristige Aufnahmen möglich.
Kontakt: Klinik für Psychosomatik im Heilig Geist, Aufnahmetermine können über das Sekretariat bei Anette Hartmann und Monika Kuhn unter 06742 101-6685 vereinbart werden.


Veranstaltungshinweis:
Die Bopparder Psychosomatik ist weit über die regionalen Grenzen für ihre
Expertise bekannt. So steht auch die diesjährige Tagung der Deutschen Balint-
Gesellschaft vom 6. bis 8. September in Boppard unter der Gesamtleitung
von Dr. Boris Mitric. Sie richtet sich an Ärzte, Diplom-Psychologen und Studierende der Medizin. Kurzfristige Anmeldungen sind online möglich unter
www.balintgesellschaft.de sowie per Mail an
geschaeftsstelle@balintgesellschaft.de.

 

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