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Ergebnisse des Bürgerpanels 2017 vorgestellt

Koblenz

(Koblenz: 08.03.18) Im November und Dezember 2017 waren durch eine geschichtete Zufallsstichprobe ausgewählte Koblenzerinnen und Koblenzer aufgefordert, einen umfangreichen Fragebogen - das Bürgerpanel 2017, zu beantworten. Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig hat nun die Ergebnisse öffentlich vorgestellt.

Die Befragung rückt neun Themenkomplexe in den Fokus. Dabei geht es um unterschiedliche Aspekte der Lebensqualität, des Images der Stadt, der Zufriedenheit etwa mit der Infrastruktur, Ansichten zum Verkehr und zur alltäglichen Verkehrsmittelwahl, Zufriedenheit mit der Wohnsituation und der Stadtverwaltung, sowie das Interesse an Politik und am ehrenamtlichen Engagement. Hinzu kamen noch Fragen zum Schwerpunktthema 2017, dem Radfahren in Koblenz.

- Aspekte der Lebensqualität
Die Koblenzerinnen und Koblenz fühlen sich in der Stadt und im eigenen Wohnumfeld tagsüber sicher. Des Nachts liegen die Zustimmungswerte zu diesem Item deutlich niedriger. Der Stadtverwaltung wird ein positives Zeugnis ausgestellt, denn mehrheitlich finden die Einwohner, dass ihnen schnell und unkompliziert geholfen wird.
Im Kampf gegen den Klimawandel engagiert sich die Stadt nur in den Augen weniger Befragter. Dass es in Koblenz leicht sei, eine gute Wohnung zu einem vernünftigen Preis zu finden, lehnt eine deutliche Mehrheit ab.

- Image der Stadt Koblenz
Koblenz hat eine hohe touristische Attraktivität finden 86 % der Befragten. Auch die Weltoffenheit und hohe Lebensqualität wird der Stadt bescheinigt. Bemerkenswert ist allerdings, dass in den Augen der Bevölkerung die Stadt kaum als der attraktive und dynamische Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird, wie ihn die „harten“ Wirtschaftskennzahlen beschreiben.

- Zufriedenheit mit Infrastruktur, Dienstleistungsangeboten …
Bei der Grundversorgung sind die Koblenzerinnen und Koblenzer sehr zufrieden. Insbesondere das gastronomische Angebot der Stadt kann punkten. Bei Einzelhandelsangebot fällt die Bewertung schon viel differenzierter aus, während beim Nahversorgungsangebot die Aussagen sehr weit streuen. Arbeitsplatzangebot und Kinderbetreuungsmöglichkeiten werden überwiegend positiv beurteilt, doch liegt hier der Anteil der Personen, die wegen fehlender Betroffenheit nicht antworteten sehr hoch.

- Zufriedenheit mit dem Verkehr einschließlich ÖPNV
Mit der Verkehrsanbindung der Rhein-Mosel-Stadt sind die Einwohner zufrieden, sowohl die Anbindung an der überörtliche Straßennetz als auch im Bahnverkehr. Die Verkehrssicherheit erhält aber weniger gute Noten und bei der Stärke des Kfz-Verkehrsaufkommens sind die Bürger eher unzufrieden. Bei diesem Item ist der Anteil der überhaupt nicht zufriedenen mit 26% bemerkenswert hoch.
Die Zufriedenheit mit dem ÖPNV wurde extra abgefragt. Konnten Fahrtdauer, Betriebszeiten und Taktung noch mehr positive als negative Aussagen erhalten, so ist die Preisgestaltung des öffentlichen Linienbusses überwiegend schlecht bewertet.

- Regelmäßige Nutzung von Verkehrsmitteln
Die Befragten sollten angeben, welche Verkehrsmittel sie an einem typischen Wochentag nutzen. Die überwiegende Mehrheit nutzt das Auto. Zwei von drei Befragten nutzen das Auto noch in Kombination zu einem zweiten Verkehrsmittel, wobei hier die Kombination Fußgänger am häufigsten genannt wurde.
Bei jeweils einem Viertel der Befragten befinden sich Fahrrad und/oder Bus unter den beiden am häufigsten genutzten Verkehrsmitteln. 40% der Menschen, die mit dem Fahrrad fahren kombinieren es mit dem Auto.

- Zufriedenheit mit der Wohnsituation
Die Koblenzerinnen und Koblenzer sind mit ihrer eigenen Wohnsituation, einschließlich der Kosten, sehr zufrieden. Ganz anders beurteilen sie den Koblenzer Wohnungsmarkt insgesamt, der als sehr angespannt wahrgenommen wird.
 
- Zufriedenheit mit der Stadtverwaltung
Von den Befragten hatten 66% innerhalb des letzten Jahres einen Kontakt zum Bürgeramt schon mit deutlichem Abstand folgte der Kommunale Servicebetrieb. Die Befragten stellten der Verwaltung überwiegend ein gutes Zeugnis aus.

- Interesse an Politik
Die Befragungsteilnehmer haben ein deutlich ausgeprägteres Interesse an Politik als die Gesamtheit der Einwohner, wenn man die Zahlen der Wahlbeteiligung zugrunde legt. Allerdings entspricht die Interessenverteilung für die verschiedenen politischen Ebenen der der Wahlbeteiligung.

- Sonderthema: Radfahren in Koblenz
Mehrheitlich sind die Befragten unzufrieden mit den abgefragten Aspekten. Die geringste Kritik erhält noch der Aspekt Fahrradparkplätze, doch bei den allgemeinen Gegebenheiten sind drei von vier Befragten eher oder sogar sehr unzufrieden. Dies betrifft auch den Zustand und Sicherheit der Radwege. Auch die Fahrradeignung der Straßen ohne ausgewiesene Schutzbereiche für Radfahrer wird stark kritisiert.

Zusammenfassung:
Was bereits die beiden Erhebungsrunden der koordinierten Bürgerumfrage zur Lebensqualität in deutschen Städten in den Jahren 2012 und 2015 andeuteten, findet im Bürgerpanel 2017 seine eindrucksvolle Bestätigung: Die BUGA 2011 hat nicht nur nachhaltig den Stellenwert der Stadt Koblenz im (Städte-) Tourismus gestärkt, sondern darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der „gefühlten“ Lebensqualität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner geleistet.
Die Bürgerumfragen der Jahre 2009 und 2012 zeigten, dass die Koblenzerinnen und Koblenzer dem Umgang der Stadt mit ihren Ressourcen äußerst kritisch gegenüberstanden. Die Mehrheit attestiert der Stadt nun einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Mitteln – noch vor fünf Jahren war gerade mal ein Drittel der Befragten dieser Ansicht.
Aus dem Schwerpunktthema „Rad fahren in Koblenz“ lassen sich zwei wesentliche Erkenntnisse ziehen. (1) Unter denen, die derzeit selten ihr Fahrrad nutzen, würden rund 80 % gerne häufiger Rad fahren. Für das Ziel, den motorisierten Individualverkehr z.B. durch die Stärkung des Fahrrads als Verkehrsmittel im Modal Split zu reduzieren, besteht in der Koblenzer Bevölkerung also ein großes Potenzial. (2) Die Rahmenbedingungen für das (häufigere) Radfahren in Koblenz werden ganz überwiegend als unbefriedigend wahrgenommen. Handlungsbedarfe werden v.a. in den Bereichen Verdichtung des Radverkehrsnetzes sowie Verbesserung von Sicherheit und Zustand der Straßen und Radwege gesehen.
Besonders stark in der Kritik steht auch der Öffentliche Nahverkehr in Koblenz, und hier insbesondere die Preisgestaltung für die Nutzung der Busse.

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Das Bürgerpanel ist eine Ergänzung zu den anderen Umfragen, die die Kommunale Statistikstelle durchführt. Das Bürgerpanel ist als Online-Erhebung ausgerichtet, aber eine Teilnahme ist auch schriftlich/postalisch möglich. Das Panel soll alle zwei Jahre wiederholt werden, das besondere ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigentlich dieselben sein sollten. Dies soll dazu führen, in der Zeitreihe der Antworten Veränderungen und Trends zu identifizieren.
Um eine Vergleichbarkeit innerhalb des Stadtgebietes zu erreichen, wurde die Zufallsstichprobe geschichtet, das heißt, alle Stadtteile sollten proportional zu ihrer Einwohnerzahl im definierten Altersbereich vertreten sein.
Die von den Statistikern angepeilte Beteiligung von 1 500 Koblenzerinnen und Koblenzer wurde nur knapp verfehlt. Letztendlich konnten 1 460 weitestgehend vollständig ausgefüllte und auf Plausibilität geprüfte Fragebögen ausgewertet werden. Wenn auch das Auswahlverfahren der Stichprobe die Anforderungen der Repräsentativität erfüllt, so zeigen sich in der Zusammensetzung des Teilnehmerkreises die erwarteten Panelselektionseffekte. Diese führen dazu, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen (z.B. jüngere Altersgruppen, Personen mit kurzer Aufenthaltsdauer in der Stadt, Personen mit ausländischen Wurzeln) im Vergleich zu ihren Anteilen in der Gesamtbevölkerung unterrepräsentiert sind.

Ergebnisse des Bürgerpanels 2017 vorgestellt

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