Ahrweiler           Koblenz           Mayen           Neuwied

Lebendiges-Koblenz.de

Koblenz in Bildern und Texten

  


Inhalt

Login

 
Lesezeit ca. 6 Minuten

Eröffnung des Festungsparks Asterstein

Koblenz

Die Eröffnung des neu gestalteten Festungspark Asterstein ist der erste Baustein des Projektes „Großfestung Koblenz“ und damit der Start der lange diskutierten Aufwertung der umfangreichen Koblenzer Befestigungsanlagen. Das Gesamtvorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. Die Bauarbeiten unter der Leitung des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen begannen mit einem symbolischen Spatenstich im November 2018.
 
Zwei Festungsteile im Fokus
Schon lange gab es die Idee, die Einzelbauwerke des preußischen Festungssystems durch freie Blickachsen miteinander zu verbinden und aufzuwerten. Gewünscht war eine touristische Erschließung durch Sitz- und Aufenthaltsgelegenheiten zum Schauen und Verweilen, verbunden durch spannungsreiche Wegebeziehungen. Der erste Bauabschnitt sollte sich auf die Freilegung und Nutzbarmachung der beiden Ruinen Fort Asterstein und Feste Kaiser Franz konzentrieren. Die Festung Ehrenbreitstein ist Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und ein Besuchermagnet. Und Fort Konstantin ist bereits gesichert und nutzbar, auch dank des Engagements der Initiative Pro Konstantin e.V..

Büro Reschke bekommt Zuschlag
Nach einem nationalen Planungs-Wettbewerb und zwei Bürgerbeteiligungen war 2017 der Zuschlag an das Berliner Planungsbüro Franz Reschke gegangen. Das Sieger-Konzept hatte mit besonderen gestalterischen Qualitäten überzeugt, die die Zeugnisse der Geschichte behutsam herausstellen. In Reschkes Konzept erfahren die Festungsstandorte eine Öffnung durch zwei Landschaftsparks in Richtung Stadt. Zudem wertet neue Vegetation den Freiraum im unmittelbaren Umfeld der Festungsbauwerke auf. Dank hoher Zuschüsse des Bundes im Rahmen der Fördermaßnahme „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ steht bis Ende 2019 ein Budget von 2,65 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bund übernimmt mit 90 Prozent den Großteil der Kosten. Den Rest trägt die Stadt Koblenz.
 
Umsetzung der Maßnahme
Die Maßnahme ist in mehrere Teilschritte gegliedert, folgt jedoch einem aus dem Wettbewerbsentwurf entwickelten Gesamtkonzept. Erster Schritt des Projektes ist es, das Fort Asterstein und die Feste Kaiser Franz für Besucher besser zu erschließen und im Stadtbild sichtbar zu machen.
 
Bis März 2019 fanden vorbereitende Maßnahmen an den Standorten zukünftiger Festungspark Asterstein und zukünftiger Festungspark Kaiser Franz statt. Dies waren: Baufeldräumung, Auflichtung von Gehölzaufwuchs, Schaffung von Ersatzhabitaten für Eidechsen, Bodenarbeiten (Separierung von Bauschutt und ähnlichem). Als Vorbereitung wurde das Baufeld abgeräumt und der Baum- und Strauchbewuchs stark ausgelichtet. Der Boden musste für den künftigen Wegebau verbessert werden.
 
Ende März 2019 begann die Hauptbaumaßnahme im zukünftigen Festungspark Asterstein. Das waren Landschafts- und Wegebauarbeiten. Den Auftrag hat die Firma Wust & Sohn aus Simmern erhalten. Dieser Hauptauftrag im Projekt hat ein Volumen von 1,3 Mio. Euro und schließt die Erdarbeiten, die begleitende Aufsicht durch einen Feuerwerker, den Bau der Wege, die Installation der Bänke, Informationselemente, Fahrradstellplätze und Abfallkörbe sowie der provisorischen Ausstellung auf einem Holzpodest mit ein. Die Wege wurden in Asphalt angelegt und mit Possehl beschichtet, so dass sich ein natürliches Bild ergibt. Unter Federführung des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen wurden im ersten Bauabschnitt 18.000 Quadratmeter Wiesenfläche angelegt und 1000 Meter neue Wege entstanden. Die Infoelemente des Leitsystems und hochwertige Bänke erhöhen die Attraktivität des Parks. Ein Konzept für Veranstaltungen auf den neugewonnenen Flächen liegt vor.

 
Baumbestand erneuert

Als markanter Orientierungspunkt wurde das Umfeld des Obelisken am Steilhang zum Rhein umgestaltet. Von dort schweift der Blick über die Innenstadt zum Fort Großfürst Konstantin und zur Feste Kaiser Franz. Der Park erschließt das Gelände des Reduits, des Torhauses sowie der ehemaligen Wallanlage. Der in den letzten 50 Jahren aufgewachsene Baumbestand rahmt das Gelände. Ein Birkenraster zeichnet die Kontur der ehemaligen Wallanlage nach. Vielfältige Wegeverbindungen und großzügige Wiesenflächen laden ein, das Gelände zu erkunden und schaffen Verbindungen zur Umgebung. Trotz der starken topografischen Prägung des Areals ist eine weitgehende Barrierefreiheit umgesetzt worden, woraus sich das charakteristische „Zick-Zack“ der Wege ergibt. Einzelne Betonstelen unterstützen die Orientierung und vermitteln Informationen zu der historischen Anlage. Neben Holzbänken laden Wiesenmöbel zum Sitzen ein. Dreißig neue Bäume wurden ergänzend zur Haupt-Baumaßnahme gepflanzt.
 
Bauarbeiten gehen weiter
Nach Eröffnung des Festungsparks Asterstein gehen die Bauarbeiten jedoch noch weiter. Seit drei Wochen läuft auch die Baustelle im zukünftigen Festungspark Kaiser Franz in Lützel. Auch hier entsteht ein Festungspark um das ehemalige Festungswerk. Die notwendige Sanierung der Brüstungsmauer ist bereits abgeschlossen und derzeit werden Wegebaumaßnahmen durchgeführt. Parallel werden mit Denkmalpflege und Archäologie unterirdische Gangsysteme dokumentiert, die im Zuge der Maßnahme gefunden wurden und nun gesichert und saniert werden sollen.
 
Ab April 2019 fand darüber hinaus die Erstellung eines Wegeleitsystems zwischen den Festungsteilen statt - angelehnt an das Wanderwegekonzept der Stadt Koblenz, als konzeptioneller Teil des Projektes Großfestung Koblenz, sowie die Ergebnisse des Lenné-Wettbewerbs.
 
Ausblick und weitere Bauabschnitte
Der Abschluss der Gesamtmaßnahme war für Ende 2019 geplant, wird sich aber gegebenenfalls durch die Sicherung der entdeckten Gangsysteme bis in das Frühjahr 2020 hineinziehen. Am Fort Großherzog Konstantin wird in dieser Förderperiode zunächst nur eine Beschriftung im Design des Gesamtprojektes erstellt. Die Anlage war in den vergangenen Jahren bereits in einen guten Zustand versetzt worden.
Die Umsetzung weiterer Bauabschnitte, darunter auch die Sanierung der Festungsruinen, ist abhängig von zukünftigen Förderungen und der Einplanung im Haushalt der Stadt. Aktuell werden Voruntersuchungen zur Sanierung der Festungsgebäude getätigt, um eine belastbare Grundlage für weitere Förderanträge zu haben.
 
Fördergeber
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn
Amt für Bundesbau (ABB), Mainz,
Begleitet durch: Landesbetrieb für Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Mainz
 
Beteiligte Firmen
Firma Wust & Sohn GmbH & Co. KG, Simmern (Landschafts- und Wegebauarbeiten), Büro Franz Reschke, Berlin (Planung/Bauüberwachung), Firma Zedler Baugesellschaft mbH, Ober-Flörsheim (Mauersanierung), Büro Schmitt & Pauken, Cochem-Brauheck (Bauüberwachung Mauersanierung), Bauprojekt Management & Training GmbH, Koblenz (Projektsteuerung), Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz (Projektleitung).
 
[Hintergrund]
Großfestung Koblenz

Die Großfestung Koblenz war eine der bedeutendsten Befestigungsanlagen Europas mit rund 14 Kilometern Umfang. Noch heute stellt sie ein einzigartiges, historisch wertvolles Bauwerksensemble dar. Erhalten sind von dem großen preußischen Verteidigungssystem noch Einzelbauwerke auf den Höhenzügen und in den tiefergelegenen Ebenen rings um die Stadt. Dazu zählen die Festung Ehrenbreitstein, das Fort Asterstein, das Fort Großherzog Konstantin und die Feste Kaiser Franz. Darüber hinaus sind noch einige Relikte vorhanden, wie zum Beispiel das Löwentor und die Neuendorfer Flesche.
 
Die Festungsteile wurden in der Zeit von 1815 bis 1834 erbaut. Zwischen den einzelnen Bauten dienten Blickbeziehungen der gegenseitigen Absicherung. Die Abstände zwischen den Festungswerken ermöglichten zudem eine lückenlose Verteidigung durch die Geschütze der Artillerie. Die“ Festung Koblenz und Ehrenbreitstein“ ist Teil des Welterbes Oberes Mittelrheintal und im UNESCO-Förderprogramm für Welterbestätten aufgenommen. Darüber hinaus steht sie auf der Liste der Denkmäler mit nationaler Bedeutung.
 

Eröffnung des Festungsparks Asterstein

Zur Zeit können keine neuen Kommentare geschrieben werden.

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


 

Einstellungen

Druckbare Version

Nachrichten

Berufsschüler muss Schule wegen nicht entschuldigter Fehlzeiten verlassen

Pressemitteilung Nr. 2/2020 Die Entscheidung des Schulleiters einer Berufsbildenden Schule, das Schulverhältnis mit ...

Ausbildungszahlen 2019

Zahl der Ausbildungsverträge im IHK-Bezirk Koblenz weiter auf hohem Niveau Koblenz, 15. Januar 2020. 5353 ...

Ev. Stift St. Martin erweitert sein Zentrum für Querschnittlähmung

Fördererverein und Stiftung unterstützen auch diesen Schwerpunkt des Klinikums KOBLENZ. In Deutschland leben aktuell etwa 100.000 Menschen mit ...

Beschattung Wasserspielplatz ohne Ergebnis

Seit Jahren werden die Forderungen zu einer Beschattung des Wasserspielplatzes am Peter-Altmeier-Ufer von den Sozialdemokraten Fritz Naumann und Denny Blank vom ...

Start von Projekten zur kulturellen Bildung an der Universität in Koblenz

Zwei innovative Projekte, die verschiedene Aspekte der kulturellen Bildung in ländlichen Räumen beleuchten, sind an ...

Kanalarbeiten in der Schanzenpforte

Am Donnerstag, 23. Januar wird der Schmutzwasserkanal in der Schanzenpforte gereinigt und im Anschluss inspiziert. Dazu wird die Straße in der Zeit von ...

Familien-Workshops

 zu "Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute" Theaterpädagogisches Rahmenprogramm für alle ab 12 ...

Sammlung bei Krippenführung

kommt ambulantem  Kinder- und Jugendhospiz Koblenz zugute
  Über einen Scheck in Höhe von 1.730 Euro konnte ...

Jugend- und Sozialempfang der Stadt Koblenz im September

Bereits seit 1994 lädt der Oberbürgermeister der Stadt Koblenz zum Jugend- und Sozialempfang engagierte ...

Fachkräfte erhalten praktische Tipps im Umgang mit traumatisierten Müttern

Die Familienhebamme und Expertin für Gesundheitsorientierte Familienbegleitung Jennifer Jaque-Rodney informierte 100 Fachkräfte aus dem Bereich ...

Baustelle im Kreuzungsbereich Gartenstraße

Von Montag, 20. bis Samstag, 25.01.2020 wird im Stadtteil Lützel im Kreuzungsbereich Gartenstraße/Andernacher Straße eine Baustelle ...

Sondereinsatz Shisha-Bars und Prostitutionsbetrieb

Ordnungsamt, Bauaufsicht, Schornsteinfeger und Feuerwehr kontrollieren CO-Werte in Koblenzer Shisha-Bars und überprüfen gemeinsam mit der Polizei die ...

Bunter Karnevalsnachmittag für Alt und Jung 2020

Mit einem prall gefüllten, bunten Karnevalsprogramm brachte die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) in diesem Jahr die Rhein-Mosel-Halle erneut ...

Ehepflichten trotz Trennung

- auch nach der Trennung besteht die Verpflichtung, in eine für die Zeit des Zusammenlebens gewünschte ...

Straßenerneuerung in der „Schmiedestraße“

In der Zeit vom 21.01. bis 03.02.2020 wird im Auftrag des Kommunalen Servicebetriebes Koblenz der Fahrbahnbelag in der „Schmiedestraße“ im ...

DRK-Blutspende-Aktion bei IKEA Koblenz

Kurz vor Weihnachten, am 18. und 20. Dezember 2019, fand eine DRK Blutspende-Aktion bei IKEA Koblenz statt. 96 Blutspender, darunter 25 Neuspender und 24 ...

8 User online

Sonntag, 19. Januar 2020

    

Alle Logos und Warenzeichen auf dieser Seite sind Eigentum der jeweiligen Besitzer und Lizenzhalter.
Im übrigen gilt Haftungsausschluss. Weitere Details finden Sie im Impressum.

Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © by Lebendiges-Koblenz.de

Diese Webseite basiert auf pragmaMx 2.4.2.


Ahrweiler           Koblenz           Mayen           Neuwied