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Eröffnung des Festungsparks Asterstein

Koblenz

Die Eröffnung des neu gestalteten Festungspark Asterstein ist der erste Baustein des Projektes „Großfestung Koblenz“ und damit der Start der lange diskutierten Aufwertung der umfangreichen Koblenzer Befestigungsanlagen. Das Gesamtvorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. Die Bauarbeiten unter der Leitung des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen begannen mit einem symbolischen Spatenstich im November 2018.
 
Zwei Festungsteile im Fokus
Schon lange gab es die Idee, die Einzelbauwerke des preußischen Festungssystems durch freie Blickachsen miteinander zu verbinden und aufzuwerten. Gewünscht war eine touristische Erschließung durch Sitz- und Aufenthaltsgelegenheiten zum Schauen und Verweilen, verbunden durch spannungsreiche Wegebeziehungen. Der erste Bauabschnitt sollte sich auf die Freilegung und Nutzbarmachung der beiden Ruinen Fort Asterstein und Feste Kaiser Franz konzentrieren. Die Festung Ehrenbreitstein ist Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und ein Besuchermagnet. Und Fort Konstantin ist bereits gesichert und nutzbar, auch dank des Engagements der Initiative Pro Konstantin e.V..

Büro Reschke bekommt Zuschlag
Nach einem nationalen Planungs-Wettbewerb und zwei Bürgerbeteiligungen war 2017 der Zuschlag an das Berliner Planungsbüro Franz Reschke gegangen. Das Sieger-Konzept hatte mit besonderen gestalterischen Qualitäten überzeugt, die die Zeugnisse der Geschichte behutsam herausstellen. In Reschkes Konzept erfahren die Festungsstandorte eine Öffnung durch zwei Landschaftsparks in Richtung Stadt. Zudem wertet neue Vegetation den Freiraum im unmittelbaren Umfeld der Festungsbauwerke auf. Dank hoher Zuschüsse des Bundes im Rahmen der Fördermaßnahme „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ steht bis Ende 2019 ein Budget von 2,65 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bund übernimmt mit 90 Prozent den Großteil der Kosten. Den Rest trägt die Stadt Koblenz.
 
Umsetzung der Maßnahme
Die Maßnahme ist in mehrere Teilschritte gegliedert, folgt jedoch einem aus dem Wettbewerbsentwurf entwickelten Gesamtkonzept. Erster Schritt des Projektes ist es, das Fort Asterstein und die Feste Kaiser Franz für Besucher besser zu erschließen und im Stadtbild sichtbar zu machen.
 
Bis März 2019 fanden vorbereitende Maßnahmen an den Standorten zukünftiger Festungspark Asterstein und zukünftiger Festungspark Kaiser Franz statt. Dies waren: Baufeldräumung, Auflichtung von Gehölzaufwuchs, Schaffung von Ersatzhabitaten für Eidechsen, Bodenarbeiten (Separierung von Bauschutt und ähnlichem). Als Vorbereitung wurde das Baufeld abgeräumt und der Baum- und Strauchbewuchs stark ausgelichtet. Der Boden musste für den künftigen Wegebau verbessert werden.
 
Ende März 2019 begann die Hauptbaumaßnahme im zukünftigen Festungspark Asterstein. Das waren Landschafts- und Wegebauarbeiten. Den Auftrag hat die Firma Wust & Sohn aus Simmern erhalten. Dieser Hauptauftrag im Projekt hat ein Volumen von 1,3 Mio. Euro und schließt die Erdarbeiten, die begleitende Aufsicht durch einen Feuerwerker, den Bau der Wege, die Installation der Bänke, Informationselemente, Fahrradstellplätze und Abfallkörbe sowie der provisorischen Ausstellung auf einem Holzpodest mit ein. Die Wege wurden in Asphalt angelegt und mit Possehl beschichtet, so dass sich ein natürliches Bild ergibt. Unter Federführung des Eigenbetriebs Grünflächen- und Bestattungswesen wurden im ersten Bauabschnitt 18.000 Quadratmeter Wiesenfläche angelegt und 1000 Meter neue Wege entstanden. Die Infoelemente des Leitsystems und hochwertige Bänke erhöhen die Attraktivität des Parks. Ein Konzept für Veranstaltungen auf den neugewonnenen Flächen liegt vor.

 
Baumbestand erneuert

Als markanter Orientierungspunkt wurde das Umfeld des Obelisken am Steilhang zum Rhein umgestaltet. Von dort schweift der Blick über die Innenstadt zum Fort Großfürst Konstantin und zur Feste Kaiser Franz. Der Park erschließt das Gelände des Reduits, des Torhauses sowie der ehemaligen Wallanlage. Der in den letzten 50 Jahren aufgewachsene Baumbestand rahmt das Gelände. Ein Birkenraster zeichnet die Kontur der ehemaligen Wallanlage nach. Vielfältige Wegeverbindungen und großzügige Wiesenflächen laden ein, das Gelände zu erkunden und schaffen Verbindungen zur Umgebung. Trotz der starken topografischen Prägung des Areals ist eine weitgehende Barrierefreiheit umgesetzt worden, woraus sich das charakteristische „Zick-Zack“ der Wege ergibt. Einzelne Betonstelen unterstützen die Orientierung und vermitteln Informationen zu der historischen Anlage. Neben Holzbänken laden Wiesenmöbel zum Sitzen ein. Dreißig neue Bäume wurden ergänzend zur Haupt-Baumaßnahme gepflanzt.
 
Bauarbeiten gehen weiter
Nach Eröffnung des Festungsparks Asterstein gehen die Bauarbeiten jedoch noch weiter. Seit drei Wochen läuft auch die Baustelle im zukünftigen Festungspark Kaiser Franz in Lützel. Auch hier entsteht ein Festungspark um das ehemalige Festungswerk. Die notwendige Sanierung der Brüstungsmauer ist bereits abgeschlossen und derzeit werden Wegebaumaßnahmen durchgeführt. Parallel werden mit Denkmalpflege und Archäologie unterirdische Gangsysteme dokumentiert, die im Zuge der Maßnahme gefunden wurden und nun gesichert und saniert werden sollen.
 
Ab April 2019 fand darüber hinaus die Erstellung eines Wegeleitsystems zwischen den Festungsteilen statt - angelehnt an das Wanderwegekonzept der Stadt Koblenz, als konzeptioneller Teil des Projektes Großfestung Koblenz, sowie die Ergebnisse des Lenné-Wettbewerbs.
 
Ausblick und weitere Bauabschnitte
Der Abschluss der Gesamtmaßnahme war für Ende 2019 geplant, wird sich aber gegebenenfalls durch die Sicherung der entdeckten Gangsysteme bis in das Frühjahr 2020 hineinziehen. Am Fort Großherzog Konstantin wird in dieser Förderperiode zunächst nur eine Beschriftung im Design des Gesamtprojektes erstellt. Die Anlage war in den vergangenen Jahren bereits in einen guten Zustand versetzt worden.
Die Umsetzung weiterer Bauabschnitte, darunter auch die Sanierung der Festungsruinen, ist abhängig von zukünftigen Förderungen und der Einplanung im Haushalt der Stadt. Aktuell werden Voruntersuchungen zur Sanierung der Festungsgebäude getätigt, um eine belastbare Grundlage für weitere Förderanträge zu haben.
 
Fördergeber
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn
Amt für Bundesbau (ABB), Mainz,
Begleitet durch: Landesbetrieb für Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB), Mainz
 
Beteiligte Firmen
Firma Wust & Sohn GmbH & Co. KG, Simmern (Landschafts- und Wegebauarbeiten), Büro Franz Reschke, Berlin (Planung/Bauüberwachung), Firma Zedler Baugesellschaft mbH, Ober-Flörsheim (Mauersanierung), Büro Schmitt & Pauken, Cochem-Brauheck (Bauüberwachung Mauersanierung), Bauprojekt Management & Training GmbH, Koblenz (Projektsteuerung), Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz (Projektleitung).
 
[Hintergrund]
Großfestung Koblenz

Die Großfestung Koblenz war eine der bedeutendsten Befestigungsanlagen Europas mit rund 14 Kilometern Umfang. Noch heute stellt sie ein einzigartiges, historisch wertvolles Bauwerksensemble dar. Erhalten sind von dem großen preußischen Verteidigungssystem noch Einzelbauwerke auf den Höhenzügen und in den tiefergelegenen Ebenen rings um die Stadt. Dazu zählen die Festung Ehrenbreitstein, das Fort Asterstein, das Fort Großherzog Konstantin und die Feste Kaiser Franz. Darüber hinaus sind noch einige Relikte vorhanden, wie zum Beispiel das Löwentor und die Neuendorfer Flesche.
 
Die Festungsteile wurden in der Zeit von 1815 bis 1834 erbaut. Zwischen den einzelnen Bauten dienten Blickbeziehungen der gegenseitigen Absicherung. Die Abstände zwischen den Festungswerken ermöglichten zudem eine lückenlose Verteidigung durch die Geschütze der Artillerie. Die“ Festung Koblenz und Ehrenbreitstein“ ist Teil des Welterbes Oberes Mittelrheintal und im UNESCO-Förderprogramm für Welterbestätten aufgenommen. Darüber hinaus steht sie auf der Liste der Denkmäler mit nationaler Bedeutung.
 

Eröffnung des Festungsparks Asterstein

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