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Für eine familiennahe kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung

Koblenz

Johanniter und Kemperhof verstärken ihre Kooperation
KOBLENZ. Würde man eine Befragung beauftragen, weswegen auch im Jahr 2018 wieder über 6000 Kinder und Jugendliche in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Kemperhof stationär behandelt werden mussten, würden viele Menschen wahrscheinlich vor allem an Infektionen denken, etwa eine Lungenentzündung, zudem chronische Erkrankungen wie Mukoviszidose und Blutzuckererkrankungen, und dann natürlich an die Intensivmedizin – vom Frühgeborenen bis zum Verletzten nach einem Verkehrsunfall. Tatsächlich machen diese so genannten organisch Erkrankten einen Großteil der Patienten aus. Was aber schon immer und in den vergangenen Jahren verstärkt eine Rolle spielt, sind alle die Erkrankungen, bei denen die Psyche beteiligt ist. Die beiden in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin tätigen Psychologinnen können oft weiterhelfen, beispielsweise, wenn es um Krankheitsbilder wie chronische Kopf- oder Bauchschmerzen geht. Spätestens aber bei Essstörungen wie Anorexie oder gar bei Selbstmordgedanken kommt die Kinder- und Jugendmedizin nicht ohne enge Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus.

Sie machen sich mit ihrer Kooperation auch stark für die Kinder- und Jugendpsychiatrie: der Kemperhof und die Johanniter.

Bisher waren dafür Konsile oder Verlegungen zu den Johannitern nach Neuwied erforderlich. Jetzt ist dafür nur noch ein Gang über das Klinikgelände des Kemperhofs notwendig. Die Johanniter haben hier Anfang Januar eine Institutsambulanz eröffnet, im März kommt eine Tagesklinik mit 20 Plätzen dazu. Nun haben die Johanniter und das GK-Mittelrhein die Grundzüge der Zusammenarbeit und der künftigen Kooperation vereinbart.
Privatdozent Dr. Thomas Nüßlein erklärt: „Das Johanniter-Zentrum ist einer unserer externen Kooperationspartner, mit denen wir bereits seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit pflegen. Umso mehr freut es uns, dass wie die Kooperation nun zum Wohle der Mitarbeiter und Patienten intensivieren, zumal der Bedarf an kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung steigt und es in Koblenz bislang eine Lücke in der Versorgung gab. Diese konnten wir über die Einrichtung in Neuwied schließen. Dass die Betroffenen, deren Familie und wir nun vor Ort, in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik Ansprechpartner der Kinder- und Jugendpsychiatrie haben, erleichtert die Behandlung enorm.“
Für den Behandlungserfolg in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist eine wohnortnahe Versorgung sehr wichtig. „Denn so können die Familie und das Umfeld in die Behandlung einbezogen werden“, ergänzt Dr. Brigitte Pollitt, die als Chefärztin sowohl für das Johanniter-Zentrum in Neuwied als auch für die Institutsambulanz und die Tagesklinik der Johanniter in Koblenz zuständig ist.
Sie weist darauf hin, dass es in Deutschland zwar viele gute Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung bei psychischen und psychosomatischen Beeinträchtigungen gibt. „Doch durch die vielen unterschiedlichen Anbieter im Gesundheitssystem sind die Patienten oft überfordert, die Wege zur Behandlung sind kompliziert und undurchsichtig.“
Psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich zudem oft durch vielfältige körperliche Beschwerden und werden spät erkannt. „Wir freuen uns daher, mit der kinder- und jugendpsychiatrischen Tagesklinik und Ambulanz in direkter Nähe zur Kinderklinik zu einer zügigen Abklärung beitragen zu können – in guter Kooperation der Fachgebiete Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Pädiatrie. So können psychische Störungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Umgekehrt erfahren psychisch kranke Kinder und Jugendliche, die somatische Abklärung und Therapie benötigen, unkompliziert Hilfen direkt vor Ort“, so Dr. Pollitt.
Bernd Wenig, als Krankenhausdirektor sowohl für die Kliniken der Johanniter in Koblenz und Neuwied zuständig, dankte ausdrücklich der Genossenschaft Rheinland/Pfalz-Saar des Johanniterordens, die sich für das neue Angebot in Koblenz stark gemacht hat. „Ziel des Engagements der Genossenschaft ist es vor allem, junge Menschen zu unterstützen und dazu beizutragen, ihnen Chancen für die Zukunft zu eröffnen.“

Für eine familiennahe kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung

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