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„Sind so viele Hände“

Koblenz

Palliativstation am Ev. Stift St. Martin feiert 10-jähriges Bestehen

KOBLENZ. Mehr als 70 Mitarbeiter, Vertreter der Gremien, Kooperationspartner, Freunde und Förderer hatten sich eingefunden, um auf zehn Jahre Palliativstation am Ev. Stift St. Martin zurückzublicken und in einer sehr berührenden Feierstunde Danke zu sagen.

Am 1. Oktober 2009 ging die Palliativstation am Ev. Stift mit vier Betten als erste ihrer Art in Koblenz an den Start. „Das war wirklich etwas Besonderes, ein kleiner Meilenstein für unsere Region. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir damals, leicht aufgeregt, bei den letzten Vorbereitungen der Eröffnungsfeier mitgefiebert haben“, denkt Klinikmanagerin  Alexandra Kiauk an die Anfänge zurück. „Von der damaligen Kapelle im 11. Stock formierte sich eine menschliche Kette durch die Gänge und das Treppenhaus auf die Station 8, die frisch umgebaut die Palliativstation beherbergen sollte. Das Bild des damaligen Tages“, hat auch Hans-Hermann Görge, Ärztlicher Direktor am Ev. Stift, „noch im Kopf.“

 Fanden viele Worte des Danks (von links): Prof. Jens Chemnitz, Matthias Klimkait, Hiltrud Sachs, Claudia Lichau, Alexandra Kiauk, Oliver Zimmer, Alfred Hardt

Seitdem hat sich viel getan: Heute stehen insgesamt sieben Plätze in Einzel- und Doppelzimmern mit besonderer Ausstattung zur Verfügung. Gemeinschaftsräume ergänzen das räumliche Angebot und ermöglichen ein Ausruhen oder Zusammentreffen in entspannter Atmosphäre. Der Raum der Stille bietet eine Rückzugs- und Besinnungsmöglichkeit für Patienten, Angehörige und Personal. Möglich wurde das unter anderem durch die finanzielle Unterstützung des Förderervereins Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein. Schatzmeister Alfred Hardt erinnert sich gern an die „sehr vielen Gespräche, was mit den Spenden und Mitgliedsbeiträgen – 320 000 Euro in den vergangenen zehn Jahren – sinnvoll angefangen werden kann. Ein ganz wichtiger Faktor waren Ausgaben für die Weiterbildung der Mitarbeiter, die wiederum dem Wohl der Patienten zugutekommen.“ Denn ein speziell ausgebildetes Team kümmert sich um die Patienten. Dazu gehören Pflegepersonal und onkologisch erfahrene Ärzte mit Zusatzqualifikationen, Physio- und Ergotherapeuten, Psychoonkologen, Seelsorger, Sozialarbeiter, Mitarbeiter der Pflegeüberleitung, Klangschalentherapeuten und Aromapraktiker. Die verschiedenen Berufsgruppen arbeiten dabei multiprofessionell zusammen, eben viele Hände.

 „Sind so viele Hände“, ein Geschenk von Zina Goldhorn an die Station

 

Zina Goldhorn, selbst mehrere Jahre als Ergotherapeutin dort tätig, hat die Begegnungen im Stationsalltag, die vielen Hände, künstlerisch in Bildern und Worten den Anwesenden nähergebracht.

„Viele Hände, die ein Ziel haben, Lebensqualität für den betroffenen Patienten und sein soziales Umfeld herzustellen. Um diese Lebensqualität, die nur vom Patienten definiert werden kann, zu ermöglichen, ist von allen Beteiligten eine hohe fachliche sowie Beratungskompetenz erforderlich. Genauso wichtig sind Mut, Dinge anzusprechen, Kreativität, Aushalten und eine der Situation angemessene Kommunikation. Arbeiten auf einer Palliativstation heißt für das multidisziplinäre Team, sich jeden Tag neuen Herausforderungen zu stellen“, erläutert Hiltrud Sachs, pflegerische Leiterin der Palliativstation, bevor sie sich „bei meinem Chefarzt, meinem multidisziplinären Team und besonders bei meiner Oberärztin, von der ich in diesen zehn Jahren unendlich viel lernen durfte“, bedankt. „Sie hat maßgeblich mein Bild von Palliativmedizin und sprechender Medizin geprägt.“ Die Rede ist von Claudia Lichau, Oberärztin und von Anfang an die Ärztliche Leitung der Palliativstation, die sich mit dem Team über die Maßen für die ihnen anvertrauten Patienten einsetzt. Prof. Dr. Jens Chemnitz, Chefarzt der Innere Medizin – Hämatologie/Onkologie, Palliativmedizin, lobt das „außergewöhnliche Engagement, was in dieser Form natürlich niemals vorausgesetzt werden kann. Durch den hohen Einsatz von insbesondere diesen beiden – Claudia Lichau und Hiltrud Sachs – ist unsere Palliativstation so, wie sie ist, eine Station als ein Zufluchtsort, in der die ganzheitliche Betreuung unserer onkologisch schwerkranken Patienten eben genauso ist, wie ich mir das idealerweise wünsche.“ Und auch Christoph Gallenstein, Bezirksleiter der IKK Südwest, resümiert: „Ich habe Demut bekommen nach den Vorträgen und zolle dem ganzen Team meinen größten Respekt!“

„Sind so viele Hände“

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